Die Kuhmistfeldkleekuh-Utopie

Der Schwarzacher Biobauer Veit Plietz züchtet und sammelt uralte Tomaten-Sorten.

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Der Biogärtner Veit Plietz prüft seine Violetten Fleischtomaten.

Langsam tuckert der ehrwürdig bejahrte Schlepper in den Fluchtpunkt am Horizont des lang gedehnten Feldes. Ein diesiger Nachmittag im August, an dem Veit Plietz auf dem Traktorsitz kauert, während sich das Gefährt mit seinen beiden geduckten Helfern und einem schwarzen Hund als Eskorte im Adagio-Tempo auf eine dunkle Platanen-Kolonne zubewegt. Wie ein geheiligter Grenzpfahl glänzt dahinter einer der vier schiefergedeckten wuchtigen Abteitürme von Kloster Münsterschwarzach durch die Wipfel. Von dort schlägt es eins. Man setzt Rukola. Andachtsvoller könnte man die Harmonie von Himmel, Erde, Mensch, Natur und Technik kaum ins Bild setzen. Zumal sich rund um den kleinen Hofladen, vor dem sich Beete und das kleine Feld in der Nachmittagssonne räkeln, in unzähligen Töpfen, Tiegeln, Eimern, Kesseln verschiedenste Pflanzen in Girlanden an Pflanzstäben oder Wuchsgittern emporschmeicheln. Das könnte ja alles soooo idyllisch sein, und noch dazu ein leuchtendes Beispiel für die Plietz‘sche mannhafte Standhaftigkeit. Wären da nicht die gänzlich unromantischen 80 Stunden Wochenarbeitszeit, die vielen Aktenordner, das Finanzamt, die Prüfbögen und was einen Öko-Landwirt sonst noch alles garstig grämt. „Irgendwann schreiben die einem noch vor, welche Farbe die Unterhose beim Arbeiten haben soll“, sagt Veit Plietz.

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