Die “Grande Dame” feiert 125. Geburtstag

Unter dem Motto „Theaterwunder Luisenburg“ gibt eine dreiteilige Ausstellung Einblicke in die Geschichte des ältesten Freilichttheaters Deutschlands.

Da steht sie, die kuriose Montgolfière des Luftschiffers Giannozzo, mitten im Möbelsaal des Wunsiedler Fichtelgebirgsmuseums! Mit ihr flog ihr Erfinder, der Wunsiedler Dichter Jean Paul (1763 – 1825) bzw. sein Alter ego, der römische Maler Giannozzo, über deutsche Zwerg­städte und Europas Schlachtfelder hinweg und bilanzierte die Ereignisse der Aufklärungszeit. Die Fahrt mit dem Luftschiff taugte ihm dazu, die Welt aus einer neuen, losgelösten Perspektive zu sehen und mit satirischem Blick zu bewerten. Durch die Maske Giannozzos hat Jean Paul die Freiheit, das zu äußern, was ihm angesichts gesellschaftlicher Zustände dringlich erscheint. Und das ist wohl eine Aufgabe von Kunst und Theater damals wie heute: der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten; aber auch jedem einzelnen die Möglichkeit zu geben, der Welt für ein paar Stunden zu entfliehen und sie aus einer anderen Perspektive zu sehen. Jahre später, 1890, Jean Paul war schon längst tot, da flogen die Wunsiedler nicht mehr mit der Montgolfière, sondern schufen sich einen Platz im Felsenlabyrinth, um die Welt aus einer anderen Sicht zu beobachten.

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