Die Bronzegießerin aus Johannis

Sabine Jahn übt als eine der letzten in Franken das traditionelle Handwerk aus.

Sabine Jahn steht in ihrer Werkstatt im Nürnberger Stadtteil Johannis unterhalb der Burg. Gedämpftes Licht fällt durch die Fenster auf die Tische und die unzähligen Tröge, Bottiche, Steine und Werkzeuge. Über allem liegt eine dünne, gelbrote Staubschicht. Wer die Gießerei betritt, fühlt sich in ein früheres Jahrhundert versetzt. Hier hat sich seit 1829, als der berühmte Nürnberger Erzgießer Jacob Daniel Burgschmiet die Werkstatt gründete, fast nichts verändert. Das Gebäude zu Füßen der Burg steht daher längst unter Denkmalschutz. „Hier beginnt alles. Ein Künstler oder ein anderer Auftraggeber kommt und will einen Abguß eines Werkes“, sagt die Handwerkerin, die die Tradition der großen Nürnberger Gießhütten fortsetzt. Wie es so wohl schon immer geschah. Hier in der Kunstgießerei entstanden seit Anfang des 19. Jahrhunderts zahlreiche Denkmäler, Plastiken und Epitaphien (Grabdenkmäler), die noch heute das Gesamtbild von Plätzen und Gebäuden in Nürnberg und anderen Städten prägen. Das Denkmal Albrecht Dürers beispielsweise, das Burgschmiet nach einem Entwurf von Christian Daniel Rauch gegossen hat. Den Auftrag dazu gab der bayerische Kronprinz Ludwig aus Anlaß des 300. Todestages Dürers. Es wurde im Mai 1828 auf dem damaligen Milchmarkt enthüllt und war damit das erste öffentliche Künstlerdenkmal in Deutschland. In der Werkstatt in der Seilergasse (die man später nach dem berühmten Erzgießer umbenannte), wurden auch das Nürnberger Hans-Sachs-Denkmal, das BeethovenDenkmal in Bonn oder die Statue Kaiser Karl IV. in Prag gegossen.

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