Bartpflege bei weißen Mohrenköpfen

Gerold Kellermann aus Creglingen im Taubertal züchtet Eulenbarthühner.

Chamois-Perlgrau getupft könnte der neue Farbschlag heißen, wenn es nach Gerold Kellermann geht. Das wäre seine eigene Züchtung bei den Eulenbarthühnern. Seit 2003 arbeitet er an dieser Farbvariante. Eigentlich geht es ihm aber um den Erhalt der Rasse an sich. Eulenbarthühner sind heutzutage extrem selten.
Zwölf anerkannte Farbschläge! Eulenbarthühner gibt es in außer­gewöhnlich vielen Farb- und Zeichnungsvarianten und es könnten weitere hinzukommen. Zu den anerkannten Farbschlägen laufe ge­rade ein Zulassungsverfahren. Wäre nicht die Vogelgrippe 2016 dazwischengekommen, hätte Kellermann wohl auch schon seine Chamois-Perl­grau getupft beim Bundeszuchtausschuß für das Anerkennungsverfahren angemeldet. Doch die Vogelgrippe hat ihn erst einmal ausgebremst und in Creglingen gab es deshalb erstmals seit 1953 nicht einmal eine Geflügelschau. Die bayerischen Geflügelhalter waren gesperrt. Die Creglinger Kleintierzüchter wären unter sich geblieben. Ein reizloses Unternehmen!
Dabei ist es ein wahrhaft buntes Gewusel mit sehr aparten Zeichnungen im Creglinger Hühnerstall des Freizeitzüchters Gerold Kellermann. In der Tat, sagt er, oft gäbe es nur wenige Farbschläge in einer Rasse. Diese Vielfalt ist außergewöhnlich! Getupft, gesprenkelt, gesäumt oder gesperbert – die Zeichnungen sind so auffallend und variierend in allen Tönen zwischen Reinweiß über Braun- und Grau-Blautönen nach Schwarz. Eintönig ist es mit diesen Hühnern sicher nicht. Selbst wenn sie verwischt und nicht eindeutig im Muster sind – man spricht von Geistern – sind sie noch hübsch anzusehen. Aber für die Zucht scheiden sie aus. Und es gibt noch eine Besonderheit: die sogenannte Mohrenkopfzeichnung – den einfarbig schwarzen Kopf bei weißem oder goldbraunem Körper gibt es nur bei Eulenbarthühnern. Die heißen dann „weiße Mohrenköpfe“. Die Rarität schlechthin aber sind blaue Mohrenköpfe mit blau-grauem Körpergefieder. Entsprechend begehrt war die Henne bei dem Habicht, der vor fünf Jahren Kellermanns einziges, sein kostbarstes Exemplar mitgenommen hat.

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