Bäume und die rare Gunst, in Ruhe alt zu werden

Im Winter bestehen sie vielleicht nur aus Holz, was ihr Dasein oft besonders prekär macht. Dabei hätten wir allen Grund, die Bäume in unseren Städten oder selbst an den Landstraßen zu behüten, sie nicht aus irgendwelchen schwachen Gründen zu fällen, und sei es bloß, weil die Welt mit ihnen einfach besser aussieht.

Die König-Ludwig-Eiche im Bad Brückenauer Staatsbad. Auch nackt, also ohne Blätter, eine eindrucksvolle Erscheinung.

Die König-Ludwig-Eiche im Bad Brückenauer Staatsbad. Auch nackt, also ohne Blätter, eine eindrucksvolle Erscheinung.

Unter einem Baum kann man es sich bequem machen. Man kann unter seinem Blätterdach Schutz suchen vor der Sonne oder vor einem Gewitterregen. Man kann bis in die Spitzen seiner Krone hochklettern und den Ausblick genießen. Unter einem Baum kann man aber auch vom Blitz getroffen werden und sterben. Oder man kann durch einen her­abfallenden Ast zu Tode kommen. „Der“ Baum ist männlich, aber bis auf den Ahorn sind alle seine Arten weiblich. Bäume sind offensichtlich zwiespältige Lebewesen – und ein deutscher Mythos.
„Teutscher unter teutscher Eiche, Sich der teutsche Sinn erhebt.“ Soviel „Teutschtum“ hätte man von einem bayerischen König nicht erwartet. Aber dennoch war es Ludwig I., dem im Sommer 1840 „Unter der großen Eiche im Bade Brückenau“ diese Zeilen in den Sinn kamen. Schon knapp hundert Jahre zuvor, als unter dem Fuldaer Fürstabt Amand von Buseck die erste Brückenauer Heilwasserquelle gefaßt wurde, war dieser Baum ein so eindrucksvolles Gewächs, daß man um ihn herum viel freien Platz ließ. „Stolze Eiche“ hieß man den Baum bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Wohl ob seiner inspirierenden Wirkung auf den Bayern-­könig erhielt er dann den Namen „König-Ludwig-Eiche“ oder einfach: „Königseiche“.

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