August Horchs letzter Lehrling

Edgar Friedrich aus Hof verhalf nach dem Krieg 600 Audi-Fachkräften zur Flucht in den Westen. Einer von ihnen war der Auto-Pionier August Horch.

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Edgar Friedrich

Wenn Edgar Friedrich der Stimme von August Horch lauscht, die aus einem alten Mitschnitt stammt und nun zu Schwarz-Weiß-Bildern vom Videoband läuft, wirkt er sichtlich berührt. Der 83jährige ist nicht nur der letzte Zeitzeuge, der noch fünf Jahre lang neben dem legendären Fahrzeugkonstrukteur an der Werkbank stand. Er war es auch, der August Horch am 23. Juli 1945 aus der sowjetischen Besatzungszone in den Westen schleuste. „Noch heute schlägt mir das Herz bis zum Stehkragen, wenn ich an diese Zeit zurückdenke“, bekennt Friedrich. Sowjetsoldaten patrouillierten damals an der grünen Grenze zwischen Gumpertsreuth und Wiedersberg (Landkreis Münchberg), bereit, bei der kleinsten Bewegung oder einem Geräusch sofort zu schießen. „Wir sind bei Nacht und Nebel auf allen Vieren gekrabbelt und haben uns stundenlang nicht bewegt, damit wir ja nicht von den Posten erwischt werden.“ Manchmal hörten sie die Soldaten russische Lieder singen, so nah waren sie ihnen. Aber: Erwischt wurden sie nie.

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