Anregung

Wer von der modernen Welt mal wieder die Nase voll hat, dem bieten sich in Nürnberg besonders viele Möglichkeiten, in die Geschichte zu echappieren. Beispielsweise das Fembo-Haus. Das seit dem Jahr 2000 wieder geöffnete Stadtmuseum lockt z. B. mit seiner Dauerausstellung von besonderen historischen Räumen. Das komplett renovierte Kaufmannshaus, patrizisches Wohnpalais, Landkartenverlag und Museum hat eine reiche Geschichte und viele Gesichter. Philipp van Oyrl, ein Kaufmann aus den Niederlanden, errichtete das Haus zu Füßen der Kaiserburg zwischen 1591 und 1596. Im 17. Jahrhundert ließ es der Patrizier Christoph Jakob Behaim zu einem glanzvollen Wohnpalais umgestalten. Im 18. und 19. Jahrhundert entstanden hier Millionen in Kupfer gestochene Landkarten die berühmte Homännische Landkartenoffizin hatte hier ihren Sitz. Dann erwarb Georg Christoph Franz Fembo das Haus, das 1928 in den Besitz der Stadt Nürnberg überging und seit 1953 als Museum dient. Das Hauptgebäude überdauerte selbst die Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs nahezu unbeschadet, die anderen Gebäudeteile erlitten teilweise große Schäden und wurden wieder errichtet. An der Burgstraße zwischen Hauptmarkt, Rathaus und Kaiserburg ist das Fembo-Haus nicht zu übersehen. Wer schon einmal dort war, sollte gelegentlich wiederkommen, denn auch die Sonderausstellungen sind sehenswert … und anregend. Etwa für Streetphotographer (so heißt das neudeutsch), die in einer Sonderausstellung lernen konnten, wie sie unauffällig und bestens geschützt Straßenszenen einfangen können. Man braucht lediglich eine Show-Rüstung, zu der man oben herausgucken kann, während man unbemerkt aus der Hüfte schießend seine Aufnahmen macht. Warum jetzt der Fotograf selbst auf dem Bild ist, weiß er auch nicht mehr.

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