Am liebsten selber malen

Um die Jahrtausendwende war es, da beschloß Robert Lumm, seine „Heimat noch einmal festzuhalten“.  Von da an zog er los, quasi täglich, um jeden Ort und jeden Stadtteil zu dokumentieren, zuerst im Landkreis Fürth, dann in Nürnberg, dann im Nürnberger Land und zuletzt in Erlangen-Höchstadt. Ein Fotograf? Nein, ein Maler und Zeichner. Allein der letzte Band enthält rund 770 Zeichnungen und Aquarelle, mit denen er zeigt, wie schön Erlangen und seine Gegend ist – wenn man einen Blick darauf hat wie Robert Lumm.

Hallstattzeitliche Dame aus Großeibstadt  (./7. Jh. v. Chr.)Der 68jährige Nürnberger begann das Malen, sobald er einen Stift halten konnte. Und mehr oder weniger ab diesem Zeitpunkt kamen die Menschen auf ihn zu und wollten, daß er ihnen was zeichnet, weil er es so gut konnte. Seitdem hat er es nie wieder aufgehört. Doch er mußte erst 50 Jahre alt werden, bis er sich entschloß, nichts anderes mehr zu tun, als sein Talent zu entfalten.
Robert Lumms Lehrberuf war Großhandelskaufmann. Jahrelang arbeitete er als Einkäufer für ein großes Spielwarengeschäft, sein Schwerpunkt waren Kinder- und Jugendbücher. Und obgleich er sich nicht erinnern kann, die Kinderbücher bewußt angeschaut zu haben – etwas von dem dar­in üblichen Malstil hat wohl auf ihn abgefärbt. Doch dazu später.
Er gründete die Abteilung für krea­tive Hobbys und machte sich später in dieser Sparte selbständig, indem er in Zirndorf ein Geschäft für Bastel- und Malbedarf eröffnete. Irgendwann gefiel ihm das ganze Verkaufen nicht mehr, und er fing an, Malkurse zu geben. Er tat dies einige Jahre, bis ihm klar wurde, daß er eigentlich am lieb­sten einfach nur selber malen wollte, und zwar das, was ihm am besten gefällt, nämlich seine Umgebung – so wie sie derzeit noch ist. Denn ein bißchen plagte ihn der wehmütige Gedanke, daß sie vielleicht schon bald nicht mehr so aussieht, weil viele Zeitgenossen, getrieben von dem Denken, alles praktisch, bequem und modern haben zu wollen, leider viel Schönes zerstören.

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