Abenteurer, Exzentriker, Visionäre und Unternehmer

Vor 125 Jahren begann Philipp Rosenthal sen. mit einer eigenen Porzellanproduktion. Unter der Ägide seines Sohnes, Philip Rosenthal jun., entwickelte sich das Unternehmen zu einer stilprägenden Industrie-Ikone in Sachen Wohnkultur und Kunst. Philip Rosenthal wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Unter dem Motto „Rosenthal – ein Mythos“ widmet das Selber Porzellanikon den beiden Ausnahme-Unternehmern eine Sonderausstellung.

Auf einem Tisch im Eingangsbereich des Porzellanikons in Selb steht ein Ruderboot. Es ist ein Exponat aus dem rund 25 000 Objekte umfassenden Rosenthal Archiv, aus dem Kuratorin Petra Werner die ­Stücke ausgewählt hat, die für das ­Leben und Werk von Philipp und Philip Rosenthal kennzeichnend sind. Das Boot ist ein kreatives Puzzle aus unterschiedlichsten Rosenthal Porzellanformen. Philip Rosenthal jun. hat es zum 70. Geburtstag von Mitarbeitern geschenkt bekommen. Es ist eine Anspielung auf eine der vielen großen Leidenschaften des sportlichen Unternehmers, der nicht nur rudert, sondern auch wandert, Ski fährt, Sportflieger ist und die höchsten Gipfel der Erde stürmt. Was auch immer er tut, er tut es auf Leistungssportniveau.
Er leitet eine Expedition auf den Himalaja, zwei Sechstausender schafft er als Erstbesteigung, und noch mit 73 Jahren umschwimmt er die Insel Grand Canaria. 190 Kilometer in mehreren Etappen. Der Sport ist eine Gemeinsamkeit, die Sohn Philip (englisch mit nur einem „p“) und Vater Philipp einen. Philipp Rosenthal sen. war noch weit jenseits der 70 ein aktiver Sportsmann. Voller Stolz soll er in der Familie immer wieder die Vorzüge einer disziplinierten Lebensweise und die Systematik täglicher Leibesübungen geradezu ideologisch propagiert haben. Doch das ist nicht die einzige Eigenart, die Vater und Sohn gemein haben. Beide bevorzugen die Rasur ohne Spiegel in der Badewanne, beide sind hochgebildet, haben die Welt „von unten und oben“ kennengelernt, beide waren sie „reicher Junge und armer Hund“, lieben das Spiel mit Aphorismen, haben Sinn für Kunst und Ästhetik, einen Faible für schöne Frauen, sie sind Abenteurer, Exzentriker, Visionäre und Vollblut-Unternehmer.

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